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Amtliche Informationen prüfenAb 1. Januar 2027 soll das neue staatlich geförderte Altersvorsorgedepot starten. Es ermöglicht kapitalmarktorientierte Anlagen wie Fonds und ETFs ohne zwingende Beitragsgarantie. Zulagen und mögliche Steuervorteile können attraktiv sein – entscheidend bleiben aber Kosten, Anlageauswahl, Laufzeit, Risiko und deine persönliche Förderquote.
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Die neue Förderung belohnt eigene Beiträge stufenweise. Nach den amtlichen Reforminformationen können auf die ersten 360 Euro Jahresbeitrag 50 Prozent und auf weitere Beiträge bis insgesamt 1.800 Euro 25 Prozent Grundzulage entfallen. Daraus ergibt sich eine maximale Grundzulage von 540 Euro jährlich. Kinderzulagen und ein einmaliger Berufseinsteigerbonus können hinzukommen.
Die volle Förderung entsteht nicht automatisch mit irgendeinem Sparbetrag. Prüfe Förderberechtigung, erforderlichen Eigenbeitrag, Zuordnung der Kinderzulage und die Regeln bei mittelbarer Berechtigung. Nutze für eine endgültige Entscheidung die amtlichen Informationen und später das Produktinformationsblatt – nicht nur einen Anbieterrechner.
Rechne Förderung immer als Prozentsatz deines tatsächlichen Eigenbeitrags; so erkennst du, wie attraktiv das Depot für dich persönlich ist.
Beiträge können im Rahmen der gesetzlichen Regeln steuerlich berücksichtigt werden. Das Finanzamt führt eine Günstigerprüfung durch: Ist die Steuerentlastung höher als die bereits gewährten Zulagen, kann sich eine zusätzliche Erstattung ergeben. Ein beworbener Höchstbetrag ist daher kein Anspruch für jeden.
Nutze deinen persönlichen Grenzsteuersatz, Einkommen, Familienstand und bereits erhaltene Zulagen. Plane außerdem die nachgelagerte Besteuerung der späteren Auszahlungen ein. Steuerstundung kann vorteilhaft sein, ist aber nicht dasselbe wie dauerhaft steuerfreies Geld.
Vergleiche nicht Bruttoförderung, sondern Zulagen plus Steuerentlastung minus spätere Steuer und Produktkosten.
Fordere für jedes Angebot das gesetzliche Produktinformationsblatt an. Notiere Abschluss- und Vertriebskosten, jährliche Verwaltungskosten, Depotentgelt, Fondskosten, Transaktionskosten, Kosten in der Auszahlungsphase und mögliche Wechselkosten. Ein Prozentpunkt Mehrkosten pro Jahr kann über Jahrzehnte viele Tausend Euro ausmachen.
Prüfe außerdem, worin dein Geld tatsächlich landet: breite ETFs, aktiv gemanagte Fonds, vorgegebene Portfolios oder Vermögensverwaltung. Ohne Beitragsgarantie sind höhere Aktienquoten und Renditechancen möglich, aber auch deutliche zwischenzeitliche Verluste. Historische Wertentwicklung und Anbieterprognosen sind keine Garantie.
Verlange die Gesamtkostenquote und eine Beispielrechnung nach Kosten – nicht nur eine Hochrechnung mit angenommener Bruttorendite.
Ein Wechsel kann möglich sein, ist aber nicht automatisch sinnvoll. Prüfe bei deinem bisherigen Vertrag Garantiekapital, Rentenfaktor, Schlussüberschüsse, bereits gezahlte Abschlusskosten, laufende Kosten und Übertragungswert. Kündigst du statt förderunschädlich zu übertragen, können Zulagen und Steuervorteile zurückgefordert werden.
Bei alten Verträgen können wertvolle Garantien bestehen. Hole deshalb vor jeder Änderung eine schriftliche Standmitteilung und ein verbindliches Übertragungsangebot ein. Vergleiche auch Beitragsfreistellung und Fortführung. Entscheide erst, wenn die langfristige Mehrerwartung die Wechselkosten und aufgegebenen Garantien plausibel übersteigt.
Nie vorschnell kündigen: Erst förderunschädliche Übertragung, Garantien und Kosten schriftlich klären.
Ein Altersvorsorgedepot ist kein normales Tagesgeld- oder frei verfügbares Brokerkonto. Gefördertes Vermögen ist für die Altersvorsorge bestimmt; vorzeitige Entnahmen oder eine schädliche Verwendung können steuerliche Folgen und Rückforderungen auslösen. Prüfe, ab wann und in welcher Form ausgezahlt werden kann, wie lange eine Auszahlungsphase dauert und welche Kosten dabei anfallen.
Halte getrennt davon einen Notgroschen vor. Wähle nur eine Aktienquote, die du auch bei einem kräftigen Börsenrückgang durchhalten kannst. Kontrolliere jährlich Beitrag, Zulagenantrag, Kinderstatus, Kosten und Portfolio – ohne auf jede Marktschwankung zu reagieren.
Notgroschen zuerst, geförderte Langfristanlage danach. So musst du das Depot bei unerwarteten Ausgaben nicht antasten.
Förderung mitnehmen – aber erst, nachdem Kosten, Risiken und Alternativen transparent sind.
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