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News & ÄnderungenVerbraucher & Verträge

Mehr Verbraucherschutz bei Krediten: Warum „Buy now, pay later“ künftig genauer geprüft wird

Sven H.
Last updated: Mai 24, 2026 1:51 p.m.
Sven H.
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6 Min Read
Modern bank cards with chips macro, credit cards on a pink background. The concept of bank card payments

Ratenkauf, Kleinkredit, Null-Prozent-Finanzierung: Was beim Online-Shopping bequem klingt, kann schnell zur Schuldenfalle werden. Mit neuen Regeln für Verbraucherkredite soll genau das künftig besser verhindert werden.

Contents
  • Kaufen heute, zahlen später – praktisch, aber riskant
  • Was sich beim Verbraucherschutz ändert
  • Warum „0 % Zinsen“ nicht automatisch kostenlos bedeutet
  • Mehr Transparenz vor Vertragsabschluss
  • Kreditwürdigkeitsprüfung: Schutz vor Überschuldung
  • Wichtig: Digitaler Abschluss wird einfacher
  • Finanzhack-Tipp: So schützt du dich beim Ratenkauf
  • Fazit: Mehr Schutz – aber Eigenverantwortung bleibt wichtig

Kaufen heute, zahlen später – praktisch, aber riskant

„Buy now, pay later“ ist längst im Alltag angekommen. Ob neue Sneaker, Smartphone, Möbel oder sogar Mobilitätsangebote: Immer häufiger erscheint an der Kasse die Option, den Kaufpreis erst später oder in kleinen Raten zu zahlen.

Das Problem: Viele dieser Angebote wirken harmlos, weil es oft nur um kleinere Beträge geht. Doch genau darin liegt die Gefahr. Wer mehrere kleine Ratenkäufe parallel laufen hat, verliert schnell den Überblick. Aus 29 Euro hier, 49 Euro dort und 15 Euro monatlich für ein weiteres Produkt wird plötzlich eine feste Belastung, die jeden Monat vom Konto abgeht.

Was sich beim Verbraucherschutz ändert

Die Bundesregierung hat eine Reform des Verbraucherkreditrechts auf den Weg gebracht. Der Bundesrat hat dem Gesetzentwurf am 8. Mai 2026 zugestimmt. Ziel ist es, Verbraucherinnen und Verbraucher beim Abschluss von Kreditverträgen besser zu schützen und neue Kreditformen stärker zu regulieren. (Bundesregierung.de)

Künftig sollen auch Kreditformen erfasst werden, die bisher oft weniger streng reguliert waren. Dazu gehören Kleinkredite bis 200 Euro, zins- und gebührenfreie Kredite, Kredite mit einer Laufzeit von bis zu drei Monaten sowie „Buy now, pay later“-Modelle. Außerdem werden die Informationspflichten vor Vertragsabschluss erweitert. (Bundesregierung.de)

Das ist ein wichtiger Schritt, denn gerade vermeintlich kostenlose Finanzierungen können Verbraucher zu schnellen Kaufentscheidungen verleiten. Der Preis wird psychologisch kleiner gemacht: Statt 600 Euro sofort zu zahlen, klingt eine Rate von 25 Euro im Monat deutlich angenehmer. Am Ende bleibt es aber ein Kredit.

Warum „0 % Zinsen“ nicht automatisch kostenlos bedeutet

Viele Ratenkäufe werden mit „0 % Finanzierung“ oder „zinsfrei zahlen“ beworben. Das heißt aber nicht automatisch, dass das Angebot risikofrei ist.

Mögliche Kostenfallen sind zum Beispiel:

  • Mahngebühren bei verspäteter Zahlung
  • Rücklastschriftkosten, wenn das Konto nicht gedeckt ist
  • teure Anschlussfinanzierungen
  • schlechtere Übersicht über laufende Verpflichtungen
  • mögliche Auswirkungen auf Bonität oder Score

Gerade beim Online-Shopping wird der Kreditabschluss oft in den Bezahlprozess eingebaut. Der Kauf fühlt sich dann nicht wie eine Finanzierungsentscheidung an, sondern wie ein normaler Klick an der Kasse.

Mehr Transparenz vor Vertragsabschluss

Ein zentraler Punkt der Reform sind erweiterte vorvertragliche Informationspflichten. Anbieter sollen Verbraucher also besser darüber informieren müssen, welche Kosten, Pflichten und Risiken mit einem Kredit verbunden sind. (Bundesregierung.de)

Für Verbraucher ist das wichtig, weil Kreditangebote oft schwer vergleichbar sind. Entscheidend ist nicht nur die monatliche Rate, sondern die Gesamtsumme: Wie viel zahle ich am Ende wirklich? Gibt es Gebühren? Was passiert, wenn ich eine Rate verpasse? Und kann ich mir die monatliche Belastung auch dann noch leisten, wenn unerwartete Ausgaben dazukommen?

Kreditwürdigkeitsprüfung: Schutz vor Überschuldung

Auch Verbraucherschützer sehen besonders bei „Buy now, pay later“ ein Überschuldungsrisiko. Der Verbraucherzentrale Bundesverband weist darauf hin, dass kleine Kredite problematisch werden können, wenn sich mehrere Forderungen anhäufen und der Überblick verloren geht. (Verbraucherzentrale Bundesverband)

Künftig soll deshalb genauer geprüft werden, ob Verbraucher ihre Kreditverpflichtungen voraussichtlich zurückzahlen können. Das betrifft nicht nur klassische Bankkredite, sondern auch neue digitale Kreditformen wie Ratenkauf und spätere Zahlung.

Wichtig: Digitaler Abschluss wird einfacher

Neben mehr Schutz bringt die Reform auch eine Vereinfachung: Für den Abschluss von Allgemein-Verbraucherdarlehen soll künftig die Textform genügen. Das bedeutet, dass Verträge leichter digital abgeschlossen werden können. (Bundesregierung.de)

Das ist praktisch, kann aber auch eine Schattenseite haben. Je einfacher ein Kredit abgeschlossen wird, desto wichtiger ist es, vorher bewusst zu prüfen, ob man ihn wirklich braucht. Ein schneller Klick kann sonst zu einer langfristigen Belastung werden.

Finanzhack-Tipp: So schützt du dich beim Ratenkauf

Bevor du „später zahlen“ auswählst, stell dir drei Fragen:

1. Würde ich das Produkt auch kaufen, wenn ich sofort zahlen müsste?
Falls nein, ist der Ratenkauf wahrscheinlich eher ein Kaufanreiz als eine sinnvolle Finanzierung.

2. Wie hoch sind alle laufenden Raten zusammen?
Nicht die einzelne Rate zählt, sondern die Summe aller monatlichen Verpflichtungen.

3. Was passiert, wenn mein Konto nicht gedeckt ist?
Prüfe Mahnkosten, Rücklastschriftgebühren und mögliche Folgen für deine Bonität.

Ein einfacher Finanzhack: Lege dir eine persönliche Regel fest. Zum Beispiel: Keine Ratenkäufe für Konsumartikel unter 500 Euro. Oder: Maximal eine laufende Finanzierung gleichzeitig. Das schützt vor dem typischen „Kleinvieh macht auch Mist“-Effekt.

Fazit: Mehr Schutz – aber Eigenverantwortung bleibt wichtig

Die neuen Regeln sind ein sinnvoller Schritt. Wenn Kleinkredite, Kurzzeitkredite, Null-Prozent-Finanzierungen und „Buy now, pay later“-Angebote stärker unter das Verbraucherkreditrecht fallen, wird der Schutz vor Überschuldung verbessert.

Trotzdem bleibt die wichtigste Entscheidung beim Verbraucher selbst. Ein Ratenkauf ist nicht automatisch schlecht. Er sollte aber bewusst genutzt werden – nicht spontan, nicht nebenbei und nicht, nur weil der Button an der Online-Kasse verlockend aussieht.

Finanzhack-Fazit:
„Buy now, pay later“ kann bequem sein. Besser ist aber: Erst rechnen, dann klicken.

Stand: 24. Mai 2026.

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